Stummfilmkonzert Simon Quinn

Zum 100. Jubiläum der Uhraufführung des Stummfilms «Terje Vigen» von Victor Sjöström, beauftragt der Filmverein Lichtspiele Olten mit der Unterstützung der Fondation SUISA Simon Quinn eine neue 55minütige Filmmusik für die längst eingeschworene Musikerkonstellation (Nolan, Brian und Simon Quinn und Viola Hammer) zu komponieren.

 

«Terje Vigen» ist ein Spielfilm der Stummfilm-Ära, der den selbigen Titel wie die Ballade des berühmten Schwedischen Dichters und Schriftsteller Henrik Ibsen (1828-1902) trägt; wonach sich der Regisseur sowie Hauptrollendarsteller Victor Sjöström (1879-1960) orientiert hat, um die, für die Schwedische Filmindustrie zu Beginn des XX Jahrhunderts, bahnbrechende frei interpretierte Verfilmung zu schaffen (Uraufführung 1917).
Die Geschichte um Schuld und Vergebung fast ausschließlich an der bzw. auf der See sind die zentralen Themen im Film. Wobei Ibsens Abschlussworte sowie Sjöströms Schlussszene eines epischen Fjordenfriedhofsonnenuntergangs das gesamte Geschehen mit einer leichten, von der Einsicht des nicht wiederrufbaren der vergangenen Geschehnissen verursachte Bitterkeit überschattet und im Zuschauer das Gefühl der wohlbekannten skandinavischen Melancholie ungezwungen empor klimmen lässt.

 

Simon Quinn, gebürtiger Tessiner, seit zehn Jahre mit Hauptwohnsitz in Berlin und dennoch sowohl in Deutschland als verstärkt auch in der Schweiz, mal in der Musiktheaterszene involviert, mal mit Jazz Projekte oder in Orchester als Kontrabassist tätig; versteht sich als vielseitiger Instrumentalist und durch den direkten Verbrauch von Musik, zum komponieren dieser verlockt.
Kurz bevor er das Studium am Jazz Institut Berlin anfing, setzte er sich intensiv mit vorerst klassischen Werke, später explizit mit Filmmusik auseinander. Dazu kam der erste Auftrag (2007), Musik für einen Stummfilm zu schreiben. Der Film war Robert Flaherty's Dokumentar Film «Nanook – Chief of the Itivimuits».
Später, mit seinem Studiumsabschluss übereinstimmend, hat er eine Serie von fünfzehn Kompositionen geschrieben, die jede einzelne als Ausgangspunkt für einen musikalischen Kommentar zu animierten Bildern, gar Filme dienen könnten. Als Szenen (I bis XV) benannt, führte Simon Quinn diese mit dem kammermusikalischen Gesang-Gitarre-Kontrabass Trio namens SUNDAYmehrmals in der Schweiz und in Deutschland mit großem Erfolg auf.
Kurz darauf wurde ein weiteres Stummfilmprojekt in Auftrag gegeben «BERGFILM!»: Auszüge von Arnold Fancks Bergfilme neu zu vertonen schien eine sehr anregende Idee und wurde seitens Simon Quinn mit einer akkuraten motivischen Auseinandersetzung der Charakteren und der Szenen kompositorisch umgesetzt.