Polen, Frankreich 2021

Laufzeit: 115 Min,

FSK 12

Regie: Jan Komasa

 

 

Jan Komasa aber hat einen sehr ruhigen und sehr ernsten Film über den Glauben gedreht. Er handelt von der tiefen Religiosität eines Dorfes, die gewissermaßen neu beseelt werden muss. Von archaischen Mustern und kollektiver Einsamkeit. Von jugendlichen Lebensgefühlen zwischen Sex, Kiffen und auf dem Smartphone abgespieltem Techno.

Kosamas Bilder sind so präzise komponiert, dass man seinen Film letzlich auch ohne Dialoge verstehen würde. Sie versinnbildlichen Orte und Räume: Die grünlich-graue Umgebung des Gefängnisses, in dem sich die Körper der jungen Männer zu blitzschnellen Akten der Gewalt formieren. Das matte Licht des alten Pfarrhauses, in dem der feine Staub der Resignation in der Luft zu hängen scheint. Die am Rande der Dorfstraße in der Nachtschwärze flackernden Kerzen, aufgestellt vor den Fotos der Unfallopfer. In vielerlei Hinsicht ist Corpus Christi ein erleuchteter und erleuchtender Film. (www.zeit.de)