Filmbeschreibungen


Der September & Oktober im Camillo...


weltoffen: foxtrot

 Frankreich, Israel, Deutschland, Schweiz 2017, Laufzeit: 113 Min., FSK 12

Regie: Samuel Maoz

Darsteller*innen: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonaton Shiray 

 

Ein wohlhabendes Elternpaar aus Tel Aviv wird über den Tod des Sohnes informiert, der gerade den Militärdienst ableistet. Während die Mutter zusammenbricht, erfasst den Vater eine rasende, ohnmächtige Wut. Kurz darauf stellt sich heraus, dass es sich bei der Todesnachricht um eine Verwechslung handelte. Hier verlässt der Film die Eltern und wendet sich dem Sohn zu, der an einem verlorenen Sicherheitsposten seinen Dienst ableistet und dort eine verheerende Fehlentscheidung trifft. Mitreißende Parabel über ein Missverständnis, über Trauer, Wut und den Krieg. Lakonisch humorvoll. Radikal bitter. Genial.

 


FAMILIENFILM: Thilda und die beste Band der Welt

Norwegen, Schweden 2018, Laufzeit: 94 Min., FSK 0

Regie: Christian Lo

Darsteller*innen: Tage Johansen Hogness, Jakob Dyrud, Tiril Marie Høistad Berger 

 

Sie wollen es zu großen Rockerehren bringen, und die Einladung zur Rock-Championship ist auch schon reingeflattert. Nur haben Grim und Aksel mit ihrer Band Los Bando Immortale zwei Probleme: Aksel kann nicht singen, und es fehlt ein Bass. Beim Casting schaut Thilda vorbei – mit einem Cello. Wie uncool? Denkste! Das Cello rockt und gemeinsam mit dem Ralleyfahrer Martin brechen die drei Richtung Festival auf. Jugendabenteuer aus dem Norden. 

 

 


doku am montag

Deutschland 2018, Laufzeit: 97 Min., FSK 0

Regie: Florian Opitz

 

„Wie endet der Kapitalismus?“ fragt der Untertitel dieser Doku, in der sich Regisseur Florian Opitz mit dem ewigen Wachstumszwang und seinen Folgen für Mensch und Umwelt beschäftigt. Wachstumsbegeisterte kommen zu Wort, selbstzerstörerische Zusammenhänge werden sichtbar – ein Film, der deutlich macht, wie sehr wir Alternativen brauchen.

 


gundermann

Deutschland 2018, Laufzeit: 127 Min., FSK 0

Regie: Andreas Dresen
Darsteller*innen: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl

 

Gerhard Gundermann (1955-1998), Sänger, Baggerfahrer, Kommunist, Dissident, IM, DDR-Bürger, Narr und Rebell, wird hier durch Andreas Dresden auf Grundlage der Dokumentarfilme von Richard Engel ein filmisches Denkmal gesetzt. Alexander Scheer spielt den idealistischen Liedermacher kongenial und facettenreich. Neben biografischen Bezügen wirft Andreas Dresen mit seinem Biopic auch noch einmal einen authentischen Blick zurück auf „ein verschwundenes Land“.

 

 


Don't worry - weglaufen geht nicht

USA 2018, Laufzeit: 115 Min., FSK 12

Regie: Gus Van Sant
Darsteller*innen: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara

 

John Callahan ist Alkoholiker, hat mit 21 Jahren einen Autounfall und ist seitdem querschnittsgelähmt. Nach Rückfällen holt ihn eine skurrile Selbsthilfegruppe zurück ins Leben, wo er sich fortan als schwarzhumoriger Cartoonist einen Namen macht. Beeindruckendes Drama nach wahren Begebenheiten von Gus Van Sant, in dem Joacquin Phoenix grandios als Hauptdarsteller aufspielt.

 

 


ava

Frankreich 2017, Laufzeit: 105 Min., FSK 12

Regie: Léa Mysius

Darsteller*innen: Noée Abita, Laure Calamy, Juan Cano 

 

 

Ava ist 13 und voller Tatendrang. Die Nachricht, dass sie bald völlig erblinden wird, trifft vor allem die Mutter des Mädchens heftig. Sie beschließt, mit Ava und ihrer kleinen Schwester einen Urlaub am Meer zu machen. Dort entfaltet sich ein wunderbares, tragikomische Coming-of-Age-Drama: Ava bändelt mit Matthias an, klaut einen Hund und rettet dessen Besitzer. Sommerlich, märchenhaft, besonders.

 


weltoffen: Menashe (omu)

USA 2017, Laufzeit: 82 Min., FSK 6

Regie: Joshua Z. Weinstein

Darsteller*innen: Menashe Lustig, Ruben Niborski, Yoel Weisshaus 

 

Nach dem Tod seiner Frau möchte Menashe seinen Sohn Rieven allein erziehen. Doch der Borough Park in Brooklyn, in dem Menashe lebt, ist streng orthodox-jüdisch geprägt, der Rabbi verweigert dem ohnehin unangepassten Witwer das Sorgerecht. Menashe kämpft. Regisseur Joshua Z. Weinstein drehte zwei Jahre in der verschlossenen Gemeinde. Wunderbares, tragikomisches Drama, das von der Dokumentarfilmerfahrung des Regisseurs profitiert und liebevollen Einblick in eine geschlossene Gesellschaft gewährt.

 

 


kinderfilm: petterson & Findus -Findus zieht um

 

Deutschland 2018, Laufzeit: 77 Min., FSK 0

Regie: Ali Samadi Ahadi

Darsteller*innen: Stefan Kurt, Marianne Sägebrecht, Max Herbrechter

 

 

Kater Findus hat eine neue Matratze, auf der er von morgens bis abends herumspringt. Ihm macht das viel Spaß, aber der alte Pettersson ist mächtig genervt davon, denn er will seine Ruhe haben. Die Lösung des Problems: Pettersson baut seiner munteren Katze ein eigenes Haus zum Spielen und Hüpfen gleich nebenan. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, wie sehr Findus das neue Häuschen gefällt – er geht nämlich nicht nur zum Spielen rüber, sondern zieht komplett um. Das war nicht im Sinne des Erfinders! Pettersson fühlt sich einsam, da er zwar ein bisschen mehr Ruhe, aber den fröhlichen Findus doch nicht ganz aus dem Haus haben wollte. Also ist es nun an Findus, sich etwas zu überlegen, womit er Pettersson wieder aufmuntern kann… Teil 3 der verfilmten Kinderbuchklassiker um den alten Petterson und Kater Findus und auch im Camillo schon ein klassischer Publikumsliebling! 


doku am montag: Eingeimpft

Deutschland 2017, Laufzeit: 95 Min., FSK 0

Regie: David Sieveking

 

In „Vergiss mein nicht“ begleitete David Sieveking seine Mutter durch die Demenz. Jetzt ist er selbst Vater und fragt sich, wie es mit der Gesundheit unserer Kinder bestellt ist. Vor allem aber fragt sich seine Frau, warum ihre vollkommen gesunde Tochter wenige Wochen nach der Geburt gegen acht Krankheiten schutzgeimpft werden soll. Sieveking sucht den Diskurs und liefert die Doku zur Impfdebatte. 

 


FilmPOLSKA reloaded: Las 4 rano / 4 Uhr morgens im Wald (OmU)

Spielfilm, R: Jan Jakub Kolski, PL 2016, 97 min, OmdU

filmPOLSKA reloaded / Filmreihe der Volkshochschule Görlitz

 

Der knorrige Forst ist so zackig wie sein Name – er will nicht beliebt sein, sondern sein Leben in vollen Zügen genießen. Sein schnelles Auto ist ihm wichtiger als Freund*innen, sein Lebensweg verläuft auf der Überholspur – bis zur Vollbremsung.

 

Von heute auf morgen schmeißt Forst unvermittelt alles hin, lässt Job, Wohnung und Besitz zurück und lebt fortan unter primitivsten Bedingungen als Eremit im Wald. Sein einziger Begleiter ist ein dreibeiniger Hund. Aber der Wald ist keine Wüste, er lebt – er bietet Schönheit und Grausamkeit und vor allem kommen immer wieder Besucher*innen. So wie die Prostituierte Nata, die seine harte Schale zu knacken versucht, und das Mädchen Jadzia, das sich ihm an die Fersen heftet und Stück für Stück ein Geheimnis aus Forsts Vergangenheit enthüllt, das sein Verhalten erklären könnte.

 

Jan Jakub Kolski Kolski ist mit Filmen bekannt geworden, die wie aus Zeit und Raum gefallen irgendwo in der Provinz mit wenigen Figuren existenzielle Fragen behandeln. Auch hier läuft er wieder zu großer Form auf, wenn er im Schoß der Natur mit sparsamen Mitteln – der Film ist eine Low-Budget-Autor*innenproduktion – sein kleines Ensemble, allen voran Krzysztof Majchrzak als Forst, zu Höchstleistungen treibt.

 

Besucher*innen haben nach vorheriger Anmeldung bei der Volkshochschule Görlitz Anspruch auf den ermäßigten Eintrittspreis.

 

Dies ist eine Kooperation zwischen: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig in Kooperation mit der Volkshochschule Görlitz e.V. und dem Camillo Kino in Görlitz

 


303

Deutschland 2018, Laufzeit: 139 Min., FSK 12

Regie: Hans Weingartner

Darsteller*innen: Anton Spieker, Mala Emde, Caroline Erikson 

 

Jan befindet sich auf dem Weg in Richtung Spanien, um dort seinen leiblichen Vater kennenzulernen, wird aber in Berlin von seiner Mitfahrgelegenheit versetzt. Diese frustrierende Tatsache passt perfekt in sein Weltbild, das besagt, dass der Mensch von Natur aus egoistisch ist. Ganz anders sieht es hingegen Jule, die viel optimistischer auf die Welt blickt und Jan deswegen in ihrem Mercedes 303 Wohnmobil in Richtung Altantikküste mitnimmt. Ihr Reisegrund: Sie will ihrem Freund, der in Portugal lebt, erzählen, dass sie schwanger ist. Doch dann kommen sich Jan und Jule auf der langen Fahrt durch ausschweifende philosophische Gespräche langsam näher... Dialoglastiges, leichthändiges Roadmovie aus Deutschland – das gibt's nicht oft!