Filmbeschreibungen


Der April im Camillo........


Familienfilm:

Mein Freund, die Giraffe

Niederlande, Belgien, Deutschland 2017, Laufzeit: 74 Min.                              

Regie: Barbara Bredero        

Darsteller*innen: Liam de Vries, Martijn Fischer, Dolores Leeuwin 

 

1950 dichtete die Niederländerin Annie M.G. Schmidt einen Kinderreim über einen Jungen namens Dominik und seine beste Freundin, die Giraffe Raff. Das Gedicht bildet nun die Vorlage zu diesem munteren Kinderfilm: Weil die Familie Dap direkt neben dem städtischen Zoo wohnt, kann Dominik seinen langhalsigen Kumpel jederzeit besuchen und die beiden spielen in jeder freien Minute miteinander. Als der erste Schultag näher rückt, ist Dominik aufgeregt und freut sich auf das neue spannende Abenteuer - bei dem selbstverständlich auch Raff dabei sein soll. Als man ihm eröffnet, dass Giraffen nicht in die Schule dürfen, ist er sehr traurig. Aber so einfach gibt Dominik nicht auf! Gemeinsam mit seinem neuen Schulfreund heckt er einen waghalsigen Plan aus, wie Raff doch noch mit ihm zur Schule gehen kann...

 

 


Lucky

USA 2017, Laufzeit: 88 Min., FSK o.A.                                                                                                         

Regie: John Carroll Lynch                                                                                                           

Darsteller*innen: Harry Dean Stanton, David Lynch, Ron Livingston

 

Ein Kaff in der Wüste, irgendwo im Südwesten der USA: Der alte Lucky (Harry Dean Stanton) lebt allein in einem kleinen Haus, geht jeden Tag einer bestimmten Routine nach. Morgens geht es mit Yoga-Übungen vor dem Diner-Frühstück los, danach werden Kippen gekauft, anschließend Quizsendungen im Fernsehen geguckt und abends wird in der Stammbar eine Bloody Mary getrunken. Es macht Lucky dabei nichts aus, keine intime Bezugsperson zu haben: Er ist alleine, aber nicht einsam. Nachdem er einen Schwächeanfall hatte, fängt er an, über den nahenden Tod nachzudenken. Hat das Leben vielleicht doch eine Bedeutung? Für den alten Mann beginnt eine späte Reise in Richtung Selbsterkenntnis.

 

 


Loving Vincent


Großbritannien, Polen 2017, Laufzeit: 95 Min., FSK 6                                                                

Regie: Dorota Kobiela, Hugh Welchman                                                

Darsteller*innen: Douglas Booth, Chris O'Dowd, Saoirse Ronan 

 

 

Ein Jahr nach dem Tod Vincent van Goghs taucht plötzlich ein Brief des Künstlers an dessen Bruder Theo auf. Der junge Armand Roulin erhält den Auftrag, den Brief auszuhändigen. Zunächst widerwillig macht er sich auf den Weg, doch je mehr er über Vincent erfährt, desto faszinierender erscheint ihm der Maler, der zeit seines Lebens auf Unverständnis und Ablehnung stieß. War es am Ende gar kein Selbstmord? Entschlossen begibt sich Armand auf die Suche nach der Wahrheit. „Loving Vincent“ erweckt die einzigartigen Bilderwelten van Goghs zum Leben: 125 Künstler*innen aus aller Welt kreierten mehr als 65.000 Einzelbilder für den ersten vollständig aus Ölgemälden erschaffenen Film. Entstanden ist ein visuell berauschendes Meisterwerk, dessen Farbenpracht und Ästhetik noch lange nachwirken. 

 

 


Von der Rolle: Der PATE I (35 mm)

 

USA 1972, Laufzeit: 175 Min., FSK 16                                                                                                         

Regie: Francis Ford Coppola                                                                                                                     Darsteller*innen: Marlon Brando, Al Pacino, Diane Keaton, Al Lettieri, Abe Vigoda, Talia Shire u.v.a.

 

 

Der New Yorker Mafiaboss Don Vito Corleone (Marlon Brando) weigert sich nach dem Zweiten Weltkrieg, ins Drogengeschäft einzusteigen. Als die anderen Clans ihn deshalb ins Visier nehmen, schlägt sein bis dato friedliebender Sohn Michael (Al Pacino) mit aller Härte zurück. Ein epischer Gangsterfilm mit herausragenden Schauspieler*innen, der 1972 den Oscar als bester Film des Jahres gewann. 

 


I, Tonya

 

USA 2017, Laufzeit: 120 Min., FSK 12                                                                      

Regie: Craig Gillespie                                  

Darsteller*innen: Margot Robbie, Sebastian Stan, Caitlin Carver

 

Der Fall Tonya Hardig versetzte Amerika 1994 in Aufruhr und gilt bis heute als einer der größten Sportler*innenskandale des Landes. Der Film erzählt nun die Geschichte der Eiskunstläuferin, der ersten Amerikanerin (und zweiten Frau überhaupt), die in einem Wettbewerb einen dreifachen Axel stand - eine der schwersten Übungen des Sports. Und die trotzdem vor allem in Erinnerung geblieben ist, weil ihr Ex-Mann 1994 ein Attentat auf Hardings Konkurrentin Nancy Kerrigan in Auftrag gab. 

„I, Tonya“ erzählt, gestützt auf biografische Fakten, Aussagen und Polizeiberichten vom harten Kontrast zwischen Redneck-Tristesse und dem Glanz der Eisfläche. Und er zeigt eine Frau, getrieben von einem Gefühl, dass in Trumps Amerika aktueller denn je ist: Immer ungerecht behandelt zu werden und die eine kleine Chance, die man im Leben hat, mit allen Mitteln zu verteidigen.

 


Doku am Sonntag:

Der Kuaför aus der Keupstraße

 

Doku, Deutschland 2015, Laufzeit: 110 Min., FSK: 0  

Regie: Andreas Maus

 

Aus Anlass des diesjährigen Neonazi-Festivals in Ostritz möchten wir als CAMILLO Gesicht zeigen und einmal mehr auf die verehrenden Folgen rechter, nationalistischer und vor allem menschenverachtender Ideologien aufmerksam machen, die anscheinend bis tief in die Mitte der Gesellschaft reichen. 

 

Im Mittelpunkt der ausgewählten Dokumentation steht der von der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund im Jahr 2004 verübte Nagelbombenanschlag in der als Zentrum türkischen Geschäftslebens geltenden Kölner Keupstraße, bei dem mehrere Menschen schwere Verletzungen davon getragen haben und ein Friseursalon komplett verwüstet wurde. Regisseur Andreas Maus möchte mit seinem Film unter anderem die Hintergründe und Auswirkungen des damaligen Vorfalls beleuchten und aufzeigen, wie die türkischstämmige Bevölkerung der Stadt auch Jahre danach noch immer unter den Folgen zu leiden hat. Dabei verdeutlicht Maus unter Rückgriff auf die Polizei-Verhörprotokolle, dass für die Ermittler*innen lange Zeit die Opfer selbst und ihre Angehörigen im Zentrum der Verdächtigungen standen, bevor überhaupt ein fremdenfeindliches Motiv für die Tat in Erwägung gezogen wurde.

 

 


WELtoffen: Pawo

Deutschland, Indien 2016, Laufzeit: 119 Min., FSK 12                                                            

Regie: Marvin Litwak                                                            

Darsteller*innen: Shavo Dorjee, Tenzin Gyaltsen, Tenzin Jamyang

 

Der junge Tibeter Dorjee verliert seinen Vater und beginnt in seinem Trauerprozess zu begreifen, was es heißt, im eigenen Land ohne die eigene Sprache und Kultur unfrei aufzuwachsen. Er beschließt, zu handeln und wird während des letzten großen Aufstands der Tibeter*innen verhaftet. In einem chinesischen Gefängnis wird er festgehalten und gefoltert. Seine Mutter kann ihn frei kaufen und er verlässt Tibet in einem mehrwöchigen Fußmarsch gen Indien. In der tibetischen Enklave in Delhi muss er sich zwischen einem neuen, im Exil gefangenen Leben, oder dem andauernden Kampf für Freiheit in Tibet entscheiden. 

Pawo (tibetisch „Held“) basiert auf der wahren Geschichte des Tibeters Jamphel Yeshi, der sich 2012 aus Protest gegen die andauernde Besatzung Tibets durch China während einer Demonstration in Delhi, Indien, selbstverbrannt hat. Jamphel Yeshi war der erste Tibeter der dies in einer immer noch andauernden Welle von Selbstverbrennungen außerhalb Tibets tat. Die deutsch-indische Independent-Produktion gewann durch große politische Relevanz mehrere Preise auf Filmfestivals weltweit. Der Film feierte im April 2016 auf dem renommierten Palm Beach International Film Festival in den USAs eine Weltpremiere. 

 

 


Von der Rolle: Der Pate II (35 mm)

USA 1974, Laufzeit: 200 Min., FSK 16                                                                          

Regie: Francis Ford Coppola                                                                                             Darsteller*innen: Al Pacino, Robert De Niro, Robert Duvall, Diane Keaton 

 

 

Im Amerika der späten fünfziger Jahre versucht Mafiaboss Michael Corleone ins Spielbanken- und Hoteliergeschäft einzusteigen. Gleichzeitig rekapituliert Regisseur Coppola auf faszinierende Weise die Jugend von Michaels Vater, der nach der Ermordung seiner Familie aus Italien in die USA flieht. 

 


the florida project

USA 2017, Laufzeit: 111 Min., FSK 12

Regie: Sean Baker                                    

Darsteller*innen: Brooklynn Prince, Bria Vinaite, Willem Dafoe 

 

Moonee (Brooklynn Prince) ist sechs Jahre alt und haust mit ihrer Mutter im „The Magic Castle Motel“ bei Orlando. Disneyworld liegt um die Ecke, ist aber unerreichbar, das Geld reicht gerade so zum Leben. Während ihre Mutter jobbt, um jeden Tag aufs Neue die 38 Dollar Miete zusammen zu bekommen, streicht sie mit ihre Freund*innen Scooty und Jancey durch die Gegend und treibt unter den Augen von Motelmanager Bobby (Willem Dafoe) allerhand Schabernack. Zwischen Traurigkeit und Hoffnung angesiedeltes, berührendes Drama in bunter Bubble Gum Ästhetik.